Das war wieder mal ein Tag, alle möglichen Leute haben ihren Senf dazu gegeben.
Viele haben Blumen oder Pralinen geschenkt oder geschenkt bekommen.
Viele tolle Postings hab ich gelesen, von Frauen und auch von Männern.
Allerdings auch welche, in denen Frauen als die besseren Menschen deklariert wurden.
Frauen als moralisch und sozial überlegen dargestellt wurden.
Das hat bei mir ein Gedankenspiel zum Weltfrauentag ausgelöst.
Gedankenspiel zum Weltfrauentag
Was wäre wenn….
die letzten 2000+ Jahre die Frauen an der Macht gewesen wären?
Kein Patriarchat.
Ich will da einfach mal ein Gedankenspiel machen.
Weibliche Soldaten, Generäle, Feldherren, Regierende.
Nope, klappt nicht.
Mir kommt da sofort das Bild einer Armee von Frauen in den Sinn, die Hälfte mit Bauch voll Baby oder eines zum Stillen am Arm.
Ich glaub Frauen hätten nicht so viele Kriege angezettelt und mehr verhandelt. Einfach aus praktischen Erwägungen.
Erstens wegen erwähntem Bauch voll Baby oder eines an der Brust.
Zweitens wäre der Nachschub an Kanonenfutter schnell aufgebraucht gewesen, die Bevölkerung für die es zu kämpfen gelohnt hätte verschwunden.
Ein Mann kann viele Kinder zeugen, täglich.
Um ganz zynisch zu sein, wenn 99% Männer im Krieg fallen, kann das eine Prozent, das übrig bleibt, die Bevölkerung theoretisch immer noch wieder aufforsten.
Wenn von 100 Frauen nur eine übrig bleibt wird es schwierig. Die kann nur alle 9 Monate maximal ein Kind bekommen. Plus Stillzeit und Erholung also nur 1 Kind pro Jahr.
Ganz einfache Rechnung.

Dann kommt noch die soziale Komponente.
Wenn Frau schwanger ist, je weiter fortgeschritten, desto mehr Hilfe braucht sie.
Wie hieß früher dieser doofe Spruch? „wer …. will muss freundlich sein“
Wer Hilfe will muss verhandeln, einfach nehmen oder drauf haun klappt da nicht.
Schon von daher sind Frauen immer darauf angewiesen gewesen, viel mehr zu verhandeln, viel mehr auf ein Miteinander zu setzen.
Sie sind hochschwanger ziemlich wehrlos, brauchen Hilfe bei der Geburt, auch vor der Geburt und danach.
Das hat nichts mit moralischer Überlegenheit zu tun. Das sind einfache praktische Überlegungen.
Noch ein Gedankenspiel zum Weltfrauentag
Würden Frauen trotzdem Kriege führen?
Einfach ihre Söhne und deren Väter in den Kampf schicken?
Ich hab keine Kinder, aber wenn ich mir vorstelle, so ein Kind, das 9 Monate lang in mir wächst, dessen Wachsen da drin ich tagtäglich jede Minute miterlebe.
Dass ich unter Schmerzen auf die Welt bringe.
Es aus meinem Körper ernähre.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich das freiwillig in einen Krieg irgendwo weit weg schicken würde. Noch dazu nicht für „Kriegsgründe“ wie wir sie aus der Geschichte kennen. Egal ob beleidigter Stolz, Machthunger, oder Religion.
Sowas wie den Trojanischen Krieg, der angeblich war weil irgendwelche Götter einen jungen Schnösel in ein Königreich geschickt haben, wo er dann die (vermutlich ungefragt verheiratete) Ehefrau des Königs getroffen hat.
Beide jung, beide verliebt, sie offenbar nicht irre glücklich mit ihrem Ehemann, sonst wär sie nicht abgehauen.
Ja da kann jemand sauer sein, sich verraten fühlen, verletzt sein.
Aber für ein verletztes Ego einen Krieg anzetteln, ein Volk komplett zerstören?
Den „Siegern“ hat es was gebracht?
Was genau war das so unheimlich tolle Ergebnis dieses Krieges?
Würden Frauen dann umgekehrt die Männer als ihren Besitz betrachten und einsperren, damit sie mit keiner anderen Frau…. ? Wozu? Wer die Mutter des jeweiligen Kindes ist, ist ja zweifelsfrei feststellbar. In dem Fall wäre der biologische Vater eher Nebensache. Wer der Mann ist, oder die Männer sind, die das Kind mit großziehen wäre dann wichtig.

Moralische Überlegenheit der Frauen?
Oder einfach Pragmatismus?
Frauen können genauso bescheuert sein wie Männer.
Frau Reiche oder Frau Weidel sind da die besten Beispiele derzeit.
Unsensibel, absolut egoistisch, ohne jede Weitsicht.
Das kriegen auch Frauen hin, siehe obige Beispiele.
Und natürlich haben auch Königinnen wie Elisabeth I oder Katharina die Große Kriege geführt.
Die waren aber felsenfest in diesem Patriarchat gefangen.
Sie mussten ihren „Mann“ stehen, das Spiel von „wer hat den größten“ mitspielen. Auch militärisch. Einfach um zu überleben.
Natürlich würden auch in einem Matriarchat Streitigkeiten oder Kämpfe nicht ausbleiben. Wir sind immer noch Menschen.
Was aber schon auffällt, Frauen werden immer als die emotionaleren, als die, die sich von ihren Gefühlen steuern lassen dargestellt.
Ständig hört und liest man bei diversen Religionen, Schriftstellern etc. wie Männer allein durch den Anblick einer Frau, durch ihr Haar (drum müssen sie sich ja möglichst komplett verhüllen) ….. per Fingerschnippsen dazu gebracht werden völligen Schwachsinn zu machen. Umgekehrt hab ich das noch nie gehört.
Oder hast du schon mal von einer Frau gehört, die allein durch den Anblick eines Mannes völlig ihren Verstand verliert, ihr ganzes Leben (und das ihres ganzen Volkes teilweise obendrauf) wegwirft?
Ich hab auch noch nie gehört, dass eine Frau, nur weil der Kerl fremdgegangen ist, in einen dermaßen irren Blutrausch verfallen ist und Weltkriege aus diesem verletzten Stolz angezettelt hat.

Matriarchat, wie würde sowas denn aussehen?
Diesmal ist es kein Gedankenspiel zum Weltfrauentag sondern Realität.
Es gibt nämlich durchaus einige Länder, Regionen und Völker, bei denen bis heute die Macht bei den Frauen liegt.
Interessanter Weise ist dort nicht das Paradies für Frauen, wo die Männer die meiste Arbeit übernehmen und die Frauen bedienen.
Ich hab da ein paar Youtube Berichte gefunden, echt spannend wie weiblich geführte Gesellschaften funktionieren.
Zum Beispiel die Khasi in Indien, dort schaffen es sogar christliche Gesellschaften dennoch kein Patriarchat zu haben. Das in einem Land, in dem Frauen so wenig wert sind wie Indien.
Dort haben die Frauen den Besitz und sind die Familienoberhäupter. Viele Entscheidungen werden aber trotzdem von Männern getroffen.
Durch die Kolonialisierung der Briten und deren viktorianischen Moralvorstellungen hat sich auch die Religion und sexuelle Vorstellungen und Regeln geändert und verschärft.
Ganz anders die Mosu am Fuß des Himalaya in China, einem Land, in dem Jahrhunderte lang weibliche Babys getötet wurden. Dort gibt es das „Königreich der Frauen“.
Dort gibt es keine Ehepaare, es gibt die Besuchsehe. Männer gehen nur Nachts zu ihren Partnerinnen und gehen zum Sonnenaufgang wieder nach Hause.

Wäre das die ideale Gesellschaft?
Ich glaub eher nicht. Dort gibt es zwar weniger Kriege und erheblich mehr Gemeinschaft, ein Ungleichgewicht der Geschlechter gibt es trotzdem.
Wie wäre sie aber dann, die ideale Gesellschaft?
Ich kann jetzt nur von mir sprechen.
Meine ideale Gesellschaft wäre eine, in der es völlig egal ist welches Geschlecht und noch viel mehr egal welche sexuelle Ausrichtung der neue Oberbürgermeister Münchens hat. Oder woher die Eltern der Bürgermeisterkandidatin Kölns kamen oder die von Herrn Özdemir.
Eine Welt in der sowas nicht mal erwähnenswert ist.
Wo die Meldung in den Nachrichten wäre: Neue*r Oberbürgermeister*in Münchens ist Kandiat*in der Grünen Partei.
Wo wir vielleicht eine Sprache gefunden haben in der das Gendern nicht mehr notwendig ist. Übers Gendern habe ich ja schon früher geschrieben, zum Beispiel Gendern, das Schreckgespenst der Sprache
Ganz ehrlich, was hat die sexuelle Ausrichtung des Oberbürgermeisters mit seiner Kompetenz zu tun?
Oder die Frage woher die Eltern oder Großeltern irgendwann mal kamen?
Oder auch welches Geschlecht diese Person hat?
In meiner idealen Welt müssten wir keine Gesetze mehr erkämpfen, damit kleine Mädchen nicht mit alten Männern verheiratet werden, keine Gesetze die den Frauen das Recht geben über ihren eigenen Körper zu bestimmen wie mit Abtreibung.
Diese Gesetze sind entweder bereits lange vorhanden, überall auf der Welt, oder endlich überflüssig geworden, weil endlich alle begriffen haben wie zerstörerisch dieses Verhalten ist.
Ok ist ein sehr naiver Traum, aber Frau darf doch hoffen.
In dieser Welt würden wir uns auch nicht mehr gegenseitig umbringen, für Religion, jeder kann glauben was er will, niemand wird gezwungen irgendwas zu glauben oder sich dem Glauben anderer entsprechend zu kleiden oder zu verhalten, alle Glauben werden gleichermaßen von allen respektiert.
Wenn wir ehrlich sind, geht es bei all den Kleidervorschriften, Verboten etc immer nur um Deutungshoheit und vor allem MACHT über andere.
Macht und Geld von, fast immer, alten Männern, bei den Israelitischen Religionen alten weißen Männern.
Schlaues Fazit?
Vielleicht ist es gar nicht die Frage welches Geschlecht besser wäre an der Macht.
Vielleicht ist die Frage zuerst mal wie wir Macht definieren?
Vielleicht ist sie ja eher ein Spiegel der Gesellschaft.
Wer darf Macht haben?
Wie darf sie ausgeübt werden?
Was würden wir für Macht in Kauf nehmen?
Meine Gedankenspiele enden nicht mit einer klugen Antwort.
Sie enden mit Zweifeln.
Nicht daran ob Frauen es besser machen würden, eher daran, ob es wirklich immer EINE*N geben muss, der über andere bestimmt.
Und vielleicht ist genau das der Punkt, an dem es interessant wird.
Aber das ist eine andere Geschichte oder ein anderer Blogartikel.







